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Aktuell News Vorarlberger Wissenschaftspreis für molekularbiologisches Labor
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Die Arbeit am VIVIT wurde kürzlich mit der Verleihung des Vorarlberger Wissenschaftspreises an Dr. Axel Mündlein gewürdigt.
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  Vorarlberger Wissenschaftspreis für molekularbiologisches Labor

VIVIT Forschungsinstitut seit 15 Jahren auf Erfolgskurs

Studien des VIVIT finden bereits seit 15 Jahren internationale Anerkennung in zahlreichen Veröffentlichungen und Forschungspreisen sowie durch Forschungsfördergelder namhafter Einrichtungen. 2005 wurde zudem ein Molekularbiologisches Labor - das einzige in Vorarlberg - eingerichtet. Auch hier ist Prim. Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Drexel, Geschäftsführer des VIVIT, gemeinsam mit Dr. Axel Mündlein, dem Leiter des Labors, mit den veröffentlichten Forschungsarbeiten auf Erfolgskurs - international und regional: So wurde die wichtige Einrichtung kürzlich mit der Verleihung des Vorarlberger Wissenschaftspreises an Dr. Axel Mündlein gewürdigt.

Seit bereits 15 Jahren werden am Vorarlberger Institut für vaskuläre Forschung, kurz VIVIT, Studien bezüglich Diabetes, Atherosklerose, Herzinfarkt, Erkrankungen der Niere und auch Krebs durchgeführt. 2005 wurde an der Forschungseinrichtung VIVIT zudem ein molekularbiologischen Labor eingerichtet. Damit konnte durch die Generierung von großen, gut charakterisierten Patientenkohorten und der Etablierung einer umfassenden Laboranalytik die Grundlage für zahlreiche Untersuchungen geschaffen.  Dieses molekularbiologische Labor des VIVIT ist die einzige Institution in der Region Vorarlberg, welche molekularbiologische und biomedizinische Forschungsarbeit betreibt. Diese Forschungsleistungen kommen auch den Vorarlberger Patienten zu Gute: Neben dem Angebot einer breiten Palette an Routineanalysen werden auch zahlreiche Spezialuntersuchungen durchgeführt. Weiteres Ziel der Forschungseinrichtung ist es, sowohl das wissenschaftlichen Spektrum als auch die diagnostischen Möglichkeiten des VIVITs mit Hilfe neuer Technologien und Verfahren zu erweitern und zu etablieren.

Zahlreiche Auszeichnungen und internationale Anerkennungen wurden den VIVIT-Studien bereits zuteil. So erhielt kürzlich Dr. Axel Mündlein, der das molekularbiologische Labor des VIVITS aufbaute und leitet, zudem den Vorarlberger Forschungspreis in der Kategorie Würdigungspreis. Dies ist Anlass zu einer aktuellen Leistungsschau der renommierten Vorarlberger Einrichtung.

Neue Risikomarker für kardiovaskuläres Risiko
Lange Zeit galt das Fettgewebe als reines Speichermedium für Lipide (Fette) und somit als Speicher für Energie. Seit einiger Zeit ist jedoch bekannt, dass hormonartige Substanzen vom Fettgewebe, sogenannte Adipokine (Fettgewebshormone), ausgeschüttet werden, welche den menschlichen Stoffwechsel und Energiehaushalt maßgeblich beeinflussen. Am molekularbiologischen VIVIT-Labor wurde aktuell der Zusammenhang zwischen Blutspiegeln von Hormonen des Fettgewebes und dem Risiko für das Eintreten von vaskulären Ereignissen, wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall, intensiv untersucht.

Gleichzeitig konnte das Laborteam einen signifikanten Einfluss von verschiedenen Adipokinen auf das kardiovaskuläre Erkrankungsrisiko beweisen. „Das bedeutet, dass diese Substanzen zukünftig als Risikomarker für z.B. Herzinfarkt verwendet werden können“, erklärt Dr. Mündlein. Ergebnisse dieser Studien fanden bereits internationale Anerkennung.

Ein weiteres Forschungsprojekt des Molekularlabors beschäftigt sich mit so genannten MikroRNAs. „Dies sind sehr kleine, für die Genexpression regulatorisch wirkende Nukleinsäuren. Die Bedeutung von MikroRNAs ist erst seit wenigen Jahren bekannt. Über ihre Verwendung als Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen ist bislang nur wenig bekannt“, führt Mündlein aus. Das VIVIT nimmt dies zum Anlass für neue Studien: In einem Projekt bezüglich Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen werden im Blut zirkulierende MikroRNAs analysiert. „Wir hoffen, mit der Umsetzung dieses Projekts auf neue Erkenntnisse hinsichtlich der kardiovaskulären Risikobeurteilung.“ Im November 2015 fand dieser Ansatz in der Verleihung des Forschungspreises der Österreichischen Diabetesgesellschaft große Aufmerksamkeit.

Erkenntnisse für Marker bei schwer-therapierbaren Brustkrebserkrankungen  
Direkten Vorteil aus den Forschungsarbeiten konnten auch Patientinnen mit einer speziellen, schwer therapierbaren Brustkrebserkrankung ziehen: Das VIVIT untersuchte in Kooperation mit verschiedenen Kliniken und Labors im Bodenseeraum unterschiedliche Biomarker einer Brustkrebserkrankung. Hierbei wurde die Mutation bestimmter Gene untersucht, welche vor allem für das familiäre Auftreten von Brustkrebs verantwortlich sind. Sie dienen als prädiktive (vorhersagbare) Marker für das Ansprechen einer zielgerichteten Medikation von Brustkrebs. „In unserer Studie konnten wir bei jeder fünften Patientin die entsprechende Mutation feststellen, was für ein Routine-Screening bei triple-negativen Mammakarzinom Fällen unabhängig der Familienanamnese spricht“, unterstreicht Mündlein die wichtigen Ergebnisse.

Mehr als 5.000 genetische Einzelanalysen für regionale Krankenhäuser
Leistungen des molekularbiologische Labors des VIVIT werden auch direkt den Vorarlbergern Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten angeboten. So wurden bislang anhand von über 3.000 Patientenproben mehr als 5.000 genetische Einzelanalysen durchgeführt. Hierbei erfolgte die genetische Abklärung vor allem von Verdachtsfällen von Blutgerinnungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen, bestimmter Autoimmunerkrankungen und myeloproliferativer Erkrankungen (bösartige Bluterkrankungen verursacht durch Unregelmäßigkeit bei Stammzellen) sowie pharmakogenetische Abklärungen.

Neue Technologie: “Next Generation Sequencing”
Die zurzeit am molekularbiologischen Labor des VIVIT stattfindende Etablierung der neuen Technologie des sogenannten „Next-Generation Sequencing“ führt zu einer essentiellen Erweiterung sowohl des wissenschaftlichen Spektrums als auch der diagnostischen Möglichkeiten des VIVIT. In einer ersten Phase sollen Proben von Patienten mit bestimmten Bluterkrankungen, sogenannter Myeloproliferativen Neoplasien (Neubildung von Körpergewebe), untersucht werden. Diese Neoplasien sind auf Mutationen zurückzuführen, die bislang mit gängigen Laborverfahren nicht erfasst werden konnten. Die neue Technologie ermöglicht nun sowohl eine exakte Diagnose der Erkrankung als auch eine bessere Verlaufskontrolle.

Forscher der Zukunft - gemeinsame Projekte mit Schülern
Das molekularbiologische Labor des VIVIT engagiert sich ebenso in der biomedizinischen Weiterbildung von Vorarlberger Schülerinnen und Schüler. Zusammen mit der inatura Erlebnis Naturschau GmbH wurde ein altersgerechtes Laborkurskonzept entwickelt, welches im Rahmen des Museumspädagogikprogramms der inatura Vorarlberger Schulen angeboten werden soll. Eine Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG ermöglicht die Anschaffung der erforderlichen Laborausstattung an der inatura. Die Etablierung und Evaluierung der Laborkurse an Testklassen wird in Kürze abgeschlossen sein. 

 

WISSEN:

Biomarkerf ür die Medizin oder Biologie sind messbare Parameter biologischer Prozesse, die prognostische oder diagnostische Aussagekraft haben und daher als Indikatoren z. B. für Umweltbelastungen oder Krankheiten herangezogen werden. (Quelle: www.wikipedia.ort)

Myeloproliferativer Erkrankungen: bösartige Bluterkrankungen verursacht durch Unregelmäßigkeit bei Stammzellen

Neoplasie: Neubildung von Körpergewebe

(Dezember 2015)


© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (11.12.2015)
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