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  Indikationen und möglich Behandlungskonzepte

Welche Indikationen ergeben sich für eine Strahlentherapie, welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Am Anfang steht die Indikationsstellung zur Strahlentherapie. Diese erfolgt meistens durch eine interdisziplinäre „Tumor-Konferenz“, bei der die Gesamtsituation des Patienten unter mehreren Ärzten (Fachspezialisten) besprochen und die für den Patienten optimalen Therapieoptionen festgelegt werden. Manchmal erfolgt die Indikationsstellung auch durch ein Gespräch oder ein Telefonat zwischen dem zuweisenden Spezialisten und dem Radioonkologen. In unserem Bestrahlungsteam sind 5 Fachärzte (siehe Abteilung > Ärzte). Nach erfolgter Indikationsstellung erhält der Patient einen Termin für ein Erstvorstellungsgespräch. Dabei werden noch einmal genau die schriftlichen Unterlagen durchgearbeitet, da kleine Informationen für die Therapieentscheidung oft wichtig sind. Danach erfolgt die genaue Anamnese Erhebung mit Familienanamnese, früheren Erkrankungen, etc. bei ihrem behandelnden Arzt. Nach der körperlichen, klinischen Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf die zu bestrahlende Region, erfolgt die Aufklärung über Indikation, Ablaufes, Wirkung und zu erwartenden Nebenwirkungen der geplanten Strahlentherapie.

Es wird ausführlich auf mögliche Verhaltensweisen bzw. Pflegemaßnahmen seitens des Patienten unter der Therapie hingewiesen. Als Abschluss dieser Erstuntersuchung erfolgt eine erste Festlegung der Bestrahlungsparameter, d.h. der Bestrahlungsregion, der Ausdehnung, Einzeldosis, Gesamtdosis, Art der Planung, ob eine zusätzliche strahlensensibilisierende Chemotherapie notwendig wird, etc.. 
Danach werden ein Termin für die notwendige Bestrahlungsplanung (Simulation, CT, Herstellung eventuell nötiger Lagerungshilfen, ...) und der erste Bestrahlungstermin vereinbart.
Die Strahlentherapie selbst beginnt nach abgeschlossener Bestrahlungsplanung und erfolgtem schriftlichem Einverständnis des Patienten.

Die Indikation zur Strahlentherapie ergibt sich bei vielen soliden, umschriebenen Tumoren mit begrenztem Ausbreitungsgebiet. Nicht bestrahlt werden können diffus ausgebreitete Tumoren, wie z.B. Leukämien. Allerdings kann sich in Einzelfällen auch bei dieser Tumorart eine Indikation zur Strahlentherapie ergeben, wenn irgendwo im Körper örtlich umschriebene Prozesse, Probleme verursachen.

Primäre kurative Radiotherapie wird eine Strahlentherapie allein (ohne Operation) genannt, und kommt z.B. bei gynäkologischen Tumoren wie Gebärmutterhals- (Cervix-), Gebärmutterkörper- (Corpus-), Eierstock- (Ovarial-)karzinom, bei Hauttumoren (Basaliom, Plattenepithelkarzinomen und unter Umständen auch beim Melanom), beim Prostatakarzinom, bei Lungentumoren, Lymphknotentumoren (Morbus-Hodgkin, Non-Hodgkin-Tumoren), Analkarzinomen, etc. zur Anwendung.
Der Vorteil dieser Methodik liegt in der relativ guten Verträglichkeit, und vor allem in der Möglichkeit der Organerhaltung. Es können so Heilungsraten von 50-95%, je nach Tumorart und -stadium erzielt werden.
Allerdings werden etwas höhere Gesamtdosen für eine Heilung notwendig.

Kombinierte Radiochemotherapie wird die gleichzeitige Chemotherapie zur Radiotherapie genannt. Dadurch kann bei gewissen Tumoren eine bessere örtliche Tumorkontrollrate erzielt werden. Standard ist diese Kombination z.B. bei Harnblasen-, Rektum-(= Enddarm-), Anal-, Gebärmutterhals-, Gehirn-, Bronchus (= Lungen-), Urogenital- (Nieren-, Genitaltrakt-), Magen-, HNO-Tumoren, etc. Bei richtiger Anwendung können sehr gute Ergebnisse erzielt werden, allerdings muss die Indikation dazu infolge der eventuell erhöhten Nebenwirkungsrate sorgfältig gestellt werden.

Neoadjuvante Radiochemotherapie ist die relativ neue Verwendung der kombinierten Radiochemotherapie vor einer Operation, um durch eine Tumorverkleinerung eine Organerhaltung zu erzielen. Es können dadurch aber ev. auch die Tumorkontrollrate und die Überlebenszeit verbessert werden. Dies kommt z.B.: bei Rektum- (Enddarm-), Oesophagus- (Speiseröhre-), Magen-, gewissen Schilddrüsen-, Bronchus-(Lungen-)karzinomen, etc. zur Anwendung.

Adjuvante Radiotherapie wird die Zusatzbestrahlung nach einer Operation genannt. Die adjuvante Bestrahlung ist eine absolute Standardtherapie. Sie hat zum Ziel, allfällige Tumorzellverbände, die in weiterer Entfernung vom Tumorbett oder am Rande des Tumorbettes gelegen sind, abzutöten. Dadurch kann ebenfalls eine Organerhaltung erzielt werden (z. B. Mamma- (Brust-), Rektum- (Enddarm-), Magen-, Gebärmutter-, HNO-Tumoren, etc. Hierbei kann die Dosis etwas niedriger gehalten werden als bei der primären Radiotherapie.

Radio-Immuntherapie ist eine Therapieoption durch die Kombination von Bestrahlung mit einer Immuntherapie. Die Immuntherapie ist eine ganz gezielte Therapie, deren Wirkung darauf beruht, dass sich Medikamente an der Zelloberfläche an sogenannten „Rezeptoren“ (= Kontaktstellen) der Tumorzellen anlagern und über diese Rezeptoren eine weitere Zellteilung verhindern oder zum Zelltod führen.

Palliative Radiotherapie ist der Einsatz der Strahlentherapie in einem nicht mehr heilbaren Tumorstadium, z.B. bei Fernabsiedelungen (Metastasen), wenn ein örtliches Problem durch die Tumorerkrankung im Vordergrund steht. Durch diese örtliche Radiotherapie kann ein hochstehender Lebensqualitäts- und auch Lebenszeitgewinn erzielt werden. Die dazu benötigte Gesamtdosis ist deutlich geringer als bei der kurativen Therapie, die Therapiedauer entsprechend kürzer. Ein Therapiegewinn ergibt sich z.B. bei schmerzhaften Knochenmetastasen, bei Fraktur- (="Bruch-)gefahr" durch Knochenmetastasen, drohender bzw. beginnender Querschnittslähmung durch Wirbelsäulen- oder Rückenmarksmetastasen, bei blutenden inoperablen Tumoren, Hirnmetastasen, etc..

Eine alte, aber weniger bekannte Indikation liegt bei gutartigen, abnutzungsbedingten degenerativen Gelenksveränderungen (Arthrosen) aller Art (Hüfte, Knie, Schultern, Hals, Lendenwirbelsäule, Finger, etc.), sowie bei „Tennis-Ellbogen“- oder Fersenspornbeschwerden vor.
Diese Beschwerden können in vielen Fällen gut beeinflusst werden (60-80%) auch wenn andere, vorhergehende Therapien nicht angesprochen haben. Das Wirkungsprinzip beruht darauf, dass diese Abnutzungsbeschwerden einen chronischen Reizzustand hervorrufen, der eine Übersäuerung des umgebenden Gewebes hervorruft und zu einer weiteren Schmerzverstärkung führt. Durch eine ganz niedrig dosierte Strahlentherapie kann dieser Reizzustand und somit auch die Gewebsübersäuerung vermindert und die Schmerzen anhaltend (auch über Jahre!) reduziert werden.


© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (26.09.2012)
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