Vlbg. KH-Betriebsgesellschaft Feldkirch Strahlentherapie
 


Startseite Kontakt Sitemap Impressum

Erweiterte Suche
suchen!
Home
Aktuell
Abteilung
Leistungen
Strahlentherapie
Brachytherapie
Intraoperative RT
Gutartige Erkrankungen
Apparative Ausrüstung
Patienteninformation
Links
Kontakt


Leistungen Strahlentherapie
drucken

 
Linerarbeschleuniger
Bild vergrößern

Strahlentherapie

Da die Strahlentherapie den meisten Menschen unbekannt ist, sind Patienten und Angehörige oftmals verunsichert, wenn bei jemandem die Indikation zur Strahlentherapie gestellt wird. Wir möchten Ihnen deshalb diese Therapieform näher erläutern.

Die „Strahlentherapie und Radioonkologie“ (wie die genaue Bezeichnung lautet) ist eine eigenständige klinische und wissenschaftliche Disziplin, welche zum Ziel hat, maligne (= bösartige) Tumoren mit Hilfe ionisierender Strahlen allein oder in Kombination mit anderen Modalitäten (Operation, Chemotherapie oder Immuntherapie) zu bekämpfen und zu erforschen.

Wie wirkt Strahlentherapie, wie wird sie erzeugt?

Ionisierende Strahlen gehen von einem Atomkern oder einem Elektronenmantel des Atoms aus und bewirken bei ihrem Durchgang durch Luft oder Materie die Bildung von elektrisch geladenen Teilchen (Ionen). Erzeugt werden diese Strahlen z. B. in einem Röntgengerät oder einem Linearbeschleuniger, oder gehen von einer radioaktiven Quelle z. B. einem Iridium-Brachytherapie-Gerät aus.

Es gibt zwei prinzipielle Möglichkeiten zu bestrahlen:

Die Teletherapie, das ist die externe Bestrahlung von außen durch die Haut mittels eines Linearbeschleunigers oder Oberflächen-Röntgengerätes.

Und die Brachytherapie,  hier wird eine kleine Bestrahlungsquelle in den Körper eingebracht. (> siehe Link)

Der Vorteil der Teletherapie ist die Möglichkeit ein großes Bestrahlungsvolumen möglichst homogen und schonend zu behandeln. Da aber manche, den Tumor umgebende Organe nur eine geringe Strahlendosis vertragen, sollten diese entsprechend geschont werden, am Tumor selbst aber trotzdem eine hohe Dosis angebracht werden. Dazu benötigen wir oft die Brachytherapie. Durch einen raschen Dosisabfall schon in unmittelbarer Quellennähe kann eine hohe Tumordosis gegeben werden mit Schonung der Nachbarorgane.

Abhängig von der Tumorart, Tumorgröße und -lage ist oft nur eine dieser beiden Therapieformen notwendig, wobei aber die Kombination beider Therapiemodalitäten zur Dosisoptimierung immer öfters zur Anwendung kommt.

An unserer Abteilung verwenden wir 3 Linearbeschleuniger der Fa. Elekta.
Die Strahlungserzeugung erfolgt prinzipiell wie in einem Röntgengerät: Die an der Kathode erzeugten Elektronenpulks versuchen die Ladung auszugleichen und sausen zur Anode. Auf dem Weg zur Anode werden sie mittels einer Mikrowelle („Magnetron“) abgelenkt und in die Beschleuninungsröhre eingebracht. Dort werden sie mittels mehrerer Elektromagnete auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt (="schnelle" Elektronen) und im Beschleunigerkopf umgelenkt und auf den Patienten gerichtet. Diese Elektronen werden im Körper rasch absorbiert und haben deshalb nur eine geringe Eindringtiefe.

Benötigt man die Strahlung in einem tiefer gelegenen Gebiet (z.B. in der Körpermitte), so benötigt man hochenergetische Photonen. Diese werden erzeugt, indem im Bestrahlungskopf diese schnellen Elektronen durch eine eingeschobene Metallplatte plötzlich gestoppt werden. Durch diesen Stopp wird Wärme und Bremsstrahlung (="Röntgenstrahlung)" erzeugt, durch die starke Energie werden diese Strahlen „ultraharte Röntgenstrahlen“ oder Photonen genannt. Diese Photonen lösen durch ihre hohe Energie im Körper wiederum Sekundärelektronen aus, wodurch das Energiemaximum erst in der Körpertiefe erzeugt wird und die Haut dadurch geschont werden kann.

Vor jeder Bestrahlung erfolgt die Bestrahlungsplanung.
Dazu werden Schnittbilder der zu bestrahlenden Körperregion mittels eines Computertomographiegerätes angefertigt.
Diese CT-Untersuchung dient nur der Planung, nicht der Diagnostik! Anschließend wird die zu bestrahlende Region vom Arzt/Ärztin am Computer eingezeichnet, mit exakter Dosisbestimmung für die einzelnen Organe.
Die zu behandelnde Zielregion im Körper wird, über individuell geformte Felder (d.h. die Felder sind nicht einfach rechteckig, sondern exakt dem zu bestrahlenden Körperabschnitt entsprechend geformt) mit unterschiedlichen Einstrahlwinkeln bestrahlt. Die Bestrahlungsfelder können durch elektrisch eingeschobene Bleilamellen („Multi-Leaf-Kollimatoren“) oder in Einzelfällen auch durch individuelle Bleibabsorber, die für jeden Patienten eigens gegossen werden, individuell geformt und so gesunde Organe geschont werden.
Ein/e Physiker/in berechnet die optimalen Bestrahlungsfelder.

Da der Körper nicht viereckig, sonder rund gebaut ist, ist er beliebig form- und lagerbar. Daher ist eine genaue und vor allem täglich reproduzierbare Lagerung notwendig.
Dies wird durch die Installation von Lasern an allen Geräten ermöglicht. So kann täglich die selbe Lagerung erzielt werden. Erst dadurch ist eine exakte Bestrahlung möglich. Da diese Laser- und Feldeinzeichnungen für die tägliche Bestrahlung benötigt werden, ist eine entsprechende Schonung dieser Einzeichnungen seitens des Patienten notwendig (Markierungen bitte nicht wegwaschen)! 

Die Wirkung der Strahlung beruht auf einer Absorption der Energie in der Zelle. Dies führt zu einem DNA-Bruch oder zu einer Kernmembran-Schädigung und somit zum Zelltod. Die Empfindlichkeit der Tumorzellen ist von mehreren Faktoren abhängig: seitens der Bestrahlung von der Art der Energie, der Einzeldosis, der Gesamtdosis etc.; seitens der Tumoren von der Tumorart, Tumorgröße, des Zellzykluses, der Durchblutung und Sauerstoffversorgung, etc..

Bei den meisten Tumoren werden Dosierungen von 50-70 Gy benötigt (Gy = Gray, nach dem engl. Physiker Gray). Die täglichen Einzeldosen liegen bei gewebeschonenden 1,8-3 Gy. Es ergibt sich daher eine Behandlungsdauer von meistens 4-8 Wochen.

Falls Sie noch Fragen haben stehen wir gerne zur Verfügung.

Leistungen Strahlentherapie
drucken