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Das dekompensierte autonome Adenom der Schilddrüse
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Rythmusstörungen

Vorhofflimmern

Ist Vorhofflimmern eine lebensbedrohliche Erkrankung?

Vorhofflimmern ist eine in der Regel ungefährliche, nicht lebensbedrohliche Rhythmusstörung. Bedrohlich und behandlungsbedürftig ist in erster Linie die Schlaganfallsneigung, die hierbei 10-fach größer ist als bei normalem Herzrhythmus.

Wieso kommen beim Vorhofflimmern gehäuft Schlaganfälle vor?

Ursächlich für Vorhofflimmer ist häufig eine Vergrößerung der linken Herzvorkammer (Vorhof). Die Vorkammer ist zerklüftet, es kommt leicht zu einer Blutverklumpung und Gerinnselbildung. Ein solches Gerinnsel entsteht an der Vorhofwand, ist mit dieser jedoch in der Regel nur locker verbunden und kann deshalb plötzlich abreißen. Im ungünstigsten Falle schießt ein solches Blutgerinnsel dann in ein Kopfgefäße und verstopft dieses. Es kommt zur Durchblutungsstörung mit der Folge eines Schlaganfalles.

Was kann ich tun, um einen Schlaganfall infolge Vorhofflimmerns zu verhüten?

Die entscheidende Maßnahme ist hier die Gerinnungshemmung mit gerinnungshemmenden Substanzen. Aspirin reicht in der Regel hier nicht aus, obwohl es unkomplizierter wäre, da die Gerinnungswerte (Grad der Blutverdünnung) hierbei nicht kontrolliert werden müssen.

Neues Verfahren hilft Patienten, die keine Gerinnungshemmer vertragen:
"Ohrenstöpsel" für's Herz hilft Schlaganfälle zu verhindern.

Herzjagen muss nicht immer gefährlich sein!

Viele Menschen leiden seit Jahren an wiederkehrendem plötzlichen Herzrasen.

  • Während ihr Herz heftig klopft, wird ihnen schwindlig und der Kopf dröhnt, als wolle er platzen.
  • Sie wagen es nicht mehr, ihr Auto selbst zu fahren, aus Angst vor einem plötzlichen Herzjagen.

  • In der Zeit zwischen den Anfällen fühlen Sie sich völlig normal.

Das heftige Herzklopfen, das diese Menschen ganz unberechenbar von Zeit zu Zeit befällt, ist oft kein lebensgefährliches, sondern ein gutartiges Herzjagen. Doch wer davon betroffen ist, erlebt oft eine starke Einschränkung seiner Lebensqualität, über plötzliche Ohnmacht bis hin zur Arbeitsunfähigkeit.
Für eine Behandlung ist zunächst eine genaue Kenntnis der Anfälle wichtig. Ihr Arzt wird Ihnen folgende Fragen stellen:

  • Wann trat das Herzjagen zum ersten Mal auf?

  • Wie oft treten die Anfälle auf, täglich, wöchentlich, monatlich?

  • Beginnen die Anfälle allmählich oder plötzlich?

  • Tritt das Herzrasen bei Aufregung, körperlicher Anstrengung oder im Schlaf auf?

  • Wie oft schlägt das Herz während des Anfalls pro Minute?

  • Schlägt der Puls während des Anfalls regelmäßig oder unregelmäßig?

  • Wie lange dauert das Herzjagen?

  • Spüren Sie während des Anfalls Druck auf der Brust, Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Druck im Kopf oder ähnliches?

  • Enden die Anfälle plötzlich oder allmählich?

  • Können Sie die Anfälle durch Manöver oder Tricks selbst beenden? Wenn ja, durch welche?

  • Kann das Herzjagen durch Medikamente beendet werden?

  • Sind sie bei einem solchen Herzrasen schon einmal bewusstlos geworden?

  • Haben Sie sich bei einem solchen Herzrasen schon einmal verletzt?

  • Konnte während einer solchen Attacke schon ein EKG registriert werden? Dieses sollten sie besorgen, falls möglich!

  • Haben Sie Verwandte, die an Herzjagen oder anderen Herzrhythmusstörungen leiden?

FÜHREN SIE EINEN ANFALLSKALENDER ÜBER ART, DAUER UND HÄUFIGKEIT DER RHYTHMUSSTÖRUNGEN!

So können Sie sich oft selbst helfen:

  • Bewahren Sie Ruhe! Ihr schnelles Herzklopfen ist zwar etwas unangenehm, aber in der Regel nicht wirklich gefährlich.

  • Spritzen Sie sich Eiswasser ins Gesicht oder trinken Sie ein Glas kaltes und kohlensäurehaltiges Wasser.

  • Stecken Sie den Finger in den Hals wie zum Erbrechen. Sie erzeugen hierdurch einen starken Vagusreiz, der oft das Herzjagen unterbrechen kann.

  • Atmen Sie tief ein, halten Sie die Luft an und spannen Sie Zwerchfell und Bauchmuskulatur kräftig an. Auch so wird der "Vagus"-Nerv angeregt und es kommt zu einer Verlangsamung der Erregungsleitung im AV-Knoten und zur Beendigung des schnellen Pulsschlages.

  • Hocken Sie sich hin und benutzen Sie in dieser Position die Bauchpresse.

  • Drücken Sie sich auf die Halsschlagader - jeweils nur einseitig und dann nicht, wenn eine Engstelle der Halsschlagader bekannt ist (fragen Sie Ihren Arzt). Halten Sie beide Unterarme in eiskaltes Wasser.

In der Regel kann die Art der Rhythmusstörung aus Ihren Angaben zwar vermutet werden; für eine genaue Diagnostik und Behandlung sowie die Frage nach der Gefährlichkeit ist jedoch in der Regel eine genaue kardiologische Untersuchung erforderlich. Diese schließt

  • eine Echokardiographie,

  • ein Belastungs-EKG und

  • ein Langzeit-EKG ein.

Nützlich sein können bei nur gelegentlich auftretenden Rhythmusstörungen auch der Event Recorder oder die EKG-Chipkarte. Auffälligkeiten in einer dieser Untersuchungen müssen dann mit weitergehenden Untersuchungen abgeklärt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber, ob er eine Untersuchung beim Herzspezialisten für erforderlich hält!

Für die genaue Abklärung einer Rhythmusstörung ist oft eine invasive Rhythmusuntersuchung mit elektrischer Stimulation im Herzen erforderlich. Diese sogenannte elektrophysiologische (EPU; Rhythmuskatheter) wird an speziell hierauf ausgerichteten Herzzentren durchgeführt.

Vorangehend ist eine möglichst genaue Beschreibung der Rhythmusstörung erforderlich, möglichst auch eine Dokumentation im EKG. Nur so kann die Art der Rhythmusstörung genau bestimmt werden, die Rhythmusstörung im Herzen zuverlässig lokalisiert und beseitigt werden.

Eine elektrophysiologische Untersuchung ist in der Regel nicht gefährlich, oft aber langdauernd.

Häufiges Schwitzen

Ich schwitze in der letzten Zeit insbesondere nachts stark, leide unter Schlaflosigkeit und Unruhe, bin nicht mehr ausreichend leistungsfähig. Was kann die Ursache sein?

Mehrere Ursachen hierfür sind häufig

  • Zunächst muß eine Überfunktion der Schilddrüse ausgeschlossen werden, dies kann orientierend durch eine einfache Blutentnahme geschehen.

  • Manchmal ist eine Herzmuskelschwäche oder ein Herzklappenschaden ursächlich, dies kann sicher durch eine fachkardiologische Abklärung ausgeschlossen oder bestätigt werden.

  • Schlaflosigkeit und nächtliche Schweißneigung kann Nebenwirkung mancher Betablocker sein, insbesondere von Sotalol. Hier muß der behandelnde Kardiologe in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt eine Abwägung zwischen erwünschter und unerwünschter Wirkung erfolgen.

  • Bei Frauen können hormonelle Ursachen und Ungleichgewichte ursächlich sein, eine gynäkologische Abklärung sollte erfolgen.

  • In seltenen Fällen ist eine Schlafapnoe ursächlich.

  • Im übrigen kann ein breites Spektrum von Krankheiten, insbesondere von Infektionserkrankungen, in Frage kommen.

Kammerflattern

Das Kammerflattern ist eine schwerwiegende Form einer Herzrhythmusstörung, bei der die Herzkammern 200 - 300mal in der Minute unkontrolliert schlagen.

Das Kammerflattern ist gekennzeichnet durch die rasche Folge von Herzschlägen, die ihren Erregungsursprung in den Herzkammern haben, aber auch die Vorhöfe einbeziehen können. Der Sinusknoten ist nicht mehr führender Schrittmacher und wird automatisch mit in die elektrische Erregung einbezogen. Das Kammerflattern wird durch den Sinusknoten nicht mehr kontrolliert.

Da das Herz dabei in der Regel zwischen 200- und 300mal pro Minute schlägt, können die Herzkammern zwischen den einzelnen Schlägen nicht genug Zeit finden, um ausreichend mit Blut gefüllt zu werden.

Die Folge ist, dass zuwenig Blut in die Schlagadern gepumpt wird und die Organe minderdurchblutet werden. Bei jungen Menschen und gesunden Herzen wird die Kreislaufleistung auch bei dieser Herzfrequenz noch über einige Zeit ausreichend stabilisiert.

Die einzig mögliche Behandlung in dieser Situation ist die sofortige Defribrilation.

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