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Patienteninformation Angina pektoris Die koronare Herzkrankheit
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Abb. 1
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Abb. 2
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  Die koronare Herzkrankheit

Wie arbeitet das Herz?

Das Herz ist ein Hohlorgan, ungefähr von der Größe einer Faust und pumpt das Blut im Körper zu allen Organen. Dadurch wird jede lebende Körperzelle ernährt und mit allen wichtigen Stoffen versorgt.
Es arbeitet wie eine Pumpe, um das Blut im ganzen Körper zirkulieren zu lassen. Mit jedem Herzschlag zieht sich die starke muskulöse Wand des Herzens zusammen und pumpt dabei das Blut aus dem Herzen in die Blutgefäße und durch den ganzen Körper. Das Herz ist eine sehr wirksame Pumpe:

  • Im Verlauf eines einzigen Tages pumpt es zwischen 6.000 und 8.000 Liter Blut. Genaugenommen arbeitet das Herz als Doppelpumpe:
  • Die rechte Seite pumpt Blut in die Lungen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird;

  • die linke Seite pumpt sauerstoffreiches Blut durch den Körper, um den Sauerstoff in jede einzelne Körperzelle zu transportieren.

Was versteht man unter dem Kreislaufsystem?

Das Kreislaufsystem ist das Transportsystem des Körpers, das Sauerstoff und Nährstoffe (aber auch Botenstoffe - z. B. die Hormone) mit dem Blut in jede Zelle des Körpers transportiert. Zum Kreislaufsystem gehören das Herz und die Blutgefäße. Deshalb spricht man auch vom Herz-Kreislauf-System.

Abb. 1: Das sauerstoffreiche von der Lunge kommende Blut wird durch die linke Herzkammer in Blutgefäße gepumpt, die man Arterien nennt (hier rot). In der Nähe des Herzens sind sie ungefähr so dick wie ein Daumen. Je weiter sich die Blutgefäße vom Herzen entfernen, um so mehr verzweigen sie sich wie die Äste eines Baumes und werden dabei immer dünner.
Die dünnsten Arterien heißen Arteriolen. Diese verzweigen sich weiter in sehr feine Blutgefäße, die sogenannten Kapillaren. In den Kapillaren werden Sauerstoff und Nährstoffe an die Zellen abgegeben.
Durch die Venen (hier blau) fließt das weniger sauerstoffhaltige Blut aus dem Körper zum Herzen zurück.
Von da aus wird das sauerstoffarme Blut durch die Pulmonalarterie aus der rechten Herzkammer zurück zur Lunge gepumpt und dort wieder mit Sauerstoff angereichert.

Was sind Koronararterien und welche Rolle spielen sie?

Die Koronararterien (oder anders benannt Herzkranzgefäße, weil sie sich wie ein Kranz um das Herz legen - lat. corona = Kranz) sind lebensnotwendig für das Herz, weil sie dem Herzmuskel Sauerstoff und Nährstoffe zuführen, damit er seine Arbeit leisten kann. Die großen Koronararterien verzweigen sich in kleinere Blutgefäße, die Blut in jeden Teil des Herzens befördern.

Was versteht man unter koronarer Herzkrankheit, und wie entsteht sie?

Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Koronararterien durch fetthaltige Ablagerungen, die sogenannten "Plaques", teilweise verengt oder blockiert. Dieser Prozess kann schon in jungen Jahren beginnen und setzt sich dann über viele Jahre fort. Denken Sie z.B. an ein altes Wasserrohr und was geschieht, wenn sich Kalk darin sammelt. Die Kalkablagerungen können den Durchfluss des Wassers so weit verringern, dass es nur noch langsam tröpfelt. Das gleiche kann mit den Koronararterien passieren. Die Ablagerungen, die sich darin im Verlauf vieler Jahre gebildet haben, verlangsamen den Blutfluss. Man nennt diesen Prozess Arterienverkalkung oder Atherosklerose. Bei einigen Patienten können sich die Koronararterien durch einen Krampf sehr plötzlich und so stark verengen, dass nur sehr wenig oder gar kein Blut mehr hindurchfließen kann. Dann spricht man von einem Spasmus der Herzkranzgefäße.
Die Herzkranzgefäße sind, wie schon erwähnt, unentbehrlich, um Nährstoffe und Sauerstoff zum Herzmuskel selbst zu transportieren. Wenn sie durch Ablagerungen oder einen Spasmus ("Krampf") verengt sind, ist das Herz in Gefahr zu 'ersticken", weil es nicht genug Sauerstoff erhält. Wenn die Zufuhr von Sauerstoff zum Herzen abnimmt bzw. unterbrochen wird und damit für den Bedarf des Herzens nicht ausreicht, nennt man diesen Zustand "Ischämie".
Die koronare Herzkrankheit ist die Hauptursache für eine sehr viel ernstere Herzkrankheit, den Herzinfarkt.

Wie wird eine koronare Herzkrankheit diagnostiziert?

Um festzustellen, ob Ihre Beschwerden oder Schmerzen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit auftreten, setzt Ihr Arzt verschiedene diagnostische Hilfsmittel ein. Hierzu zählen Ihre Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung und verschiedene apparative Verfahren.
Zu Ihrer Krankengeschichte gehört die Beschreibung der Symptome, ein Rückblick auf andere gesundheitliche Probleme in Ihrer Vergangenheit, der Gesundheitszustand Ihrer Familie, Ihre Lebensgewohnheiten, Ihr beruflicher Alltag, Ihre täglichen Aktivitäten sowie Ihre Einstellung zum Leben insgesamt.
Bei der körperlichen Untersuchung werden im allgemeinen Ihr Blutdruck und Ihr Puls gemessen, Herz und Lunge mit einem Stethoskop abgehört und das Gewicht überprüft. Zusätzlich wird Ihr Arzt möglicherweise auch eine Blut- und Urinprobe untersuchen.
Darüber hinaus kann Ihr Arzt noch weitere Untersuchungen durchführen, um festzustellen, ob Ihr Herz genug Sauerstoff erhält und ob es irgendwelche Unregelmäßigkeiten in Struktur und Funktion Ihres Herzens oder Ihrer Herzkranzgefäße gibt. Diese apparativen Untersuchungen werden im folgenden Kapitel beschrieben.

Welche apparativen Untersuchungen werden zur Diagnose der koronaren Herzkrankheit durchgeführt?

In einigen Fällen kann der Arzt allein aus der Beschreibung der Symptome durch den Patienten eine koronare Herzkrankheit diagnostizieren. Meistens sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig, um festzustellen, wie gut Herz und Herzkranzgefäße noch arbeiten.
Denken Sie immer daran, dass ein Angina-Pectoris-Anfall nur ein Zeichen der koronaren Herzkrankheit ist. Es gibt auch die "stumme" koronare Herzkrankheit, bei der weder Schmerzen noch andere Beschwerden auftreten.
Es kann sein, dass eine der verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten ausreicht, um das Vorliegen der koronaren Herzkrankheit und ihr Ausmaß festzustellen. Oft sind jedoch mehrere Untersuchungen notwendig, um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten.
Eine Routineuntersuchung ist das Elektrokardiogramm, kurz EKG . Um die kleinen elektrischen Impulse aufzuzeichnen, die die Tätigkeit des Herzens steuern, werden kleine Metallscheiben (Elektroden) an bestimmten Stellen des Körpers befestigt. Über Kabel werden die Signale auf ein Gerät übertragen, das das Impulsmuster auf Millimeterpapier aufzeichnet. Eine koronare Herzkrankheit ist in manchen Fällen an typischen Abweichungen vom EKG eines Gesunden erkennbar.
Eine andere, häufig angewendete Untersuchungsmethode ist das Belastungs-EKG. Dabei kann festgestellt werden, wie das Herz auf Belastungen reagiert. Bei dieser Untersuchung werden Sie ebenfalls an ein EKG-Gerät angeschlossen und müssen während der Untersuchung z.B. auf einem Laufband gehen oder auf einem feststehenden Fahrrad, einem sogenannten Fahrradergometer, fahren. Das EKG zeigt, wie Ihr Herz auf diese Belastung reagiert und deckt gegebenenfalls Abweichungen auf, wenn die Sauerstoffversorgung unzureichend ist.
Sollten in einigen besonderen Fällen die geschilderten Untersuchungsmethoden nicht ausreichen, um Gewissheit über die koronare Herzkrankheit zu erlangen, können noch weitere Untersuchungsmethoden, wie z.B. Langzeit-EKG, Herzkatheter oder Echokardiographie eingesetzt werden.
Welche Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit gibt es, und welche können Sie beeinflussen?
Um das Fortschreiten der koronaren Herzkrankheit möglichst zu verhindern, ist es wichtig, die Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit zu kennen und ggf. zu beseitigen. Neben einigen Risikofaktoren, die leider nicht veränderbar sind, wie z.B. erbliche Belastung oder Bestehen einer Zuckerkrankheit gibt es eine Reihe von Risikofaktoren, die beeinflussbar sind.
Dazu gehören:

  • hohe Cholesterinspiegel*,
  • Rauchen;
  • Bluthochdruck;
  • Übergewicht;
  • starke nervliche Anspannung und Stress.
  • Schlafapnoe (Sauerstoffmangel im Schlaf durch Schnarchen)
    *Es gibt "gutes" Cholesterin, das HDL-Cholesterin, das den Cholesterinabbau im Körper unterstützt, und "schlechtes" Cholesterin, das sogenannte LDL-Cholesterin, das das Risiko einer koronaren Herzkrankheit erhöht.

Warum ist Bluthochdruck ein so gefährlicher Risikofaktor?

Bluthochdruck gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit. Um das zu verstehen, muss man zunächst wissen, was Bluthochdruck bedeutet. Der Blutdruck ist ein Maß für die Kraft, mit der das Blut während des Fließens durch die Gefäße gegen die Arterienwände drückt. Sein Wert kann im Verlauf des Tages ansteigen, zum Beispiel wenn Sie nervös sind oder sich aufregen. Das ist völlig normal. Von Bluthochdruck spricht man erst, wenn der Blutdruck immer über den Normalwerten liegt.
Gefährlich ist Bluthochdruck, weil er dazu führt, dass die Arterienwände verhärten und dicker werden, was für das Herz mehr Arbeit bedeutet, um die Durchblutung des Körpers aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus kann Bluthochdruck einen Herzanfall verschlimmern.
Wenn Sie zu hohen Blutdruck haben, ist es wichtig, dass Sie den Anweisungen Ihres Arztes zur Behandlung des Bluthochdrucks Folge leisten. Nehmen Sie Ihre Medikamente genau so ein, wie es Ihr Arzt verordnet hat. Und falls Ihr Arzt Ihnen eine spezielle Diät empfohlen hat, dann halten Sie sich bitte daran.

Wie häufig sind Kontrollen beim Kardiologen bei koronarer Herzkrankheit oder Herzklappen-Erkrankungen erforderlich?

Allein Ihr Kardiologe und Ihr Hausarzt wird Ihnen auf diese Frage eine für Sie zutreffende Antwort geben können.
Als Richtgröße gilt folgendes:

  • Bei normalem Herzbefund und hohem Risikoprofil bezüglich Gefäßerkrankungen sind jährliche Kontrollen zu empfehlen. Ebenso sollten jährliche Kontrollen nach Bypass-Operation, PTCA (Herzgefäßaufdehnung) oder nach Herzklappenersatz durchgeführt werden. Unmittelbar nach einem solchen Eingriff sollte zunächst eine Bestandsaufnahme beim Kardiologen erfolgen, um später auffällige Veränderungen (etwa Infarkte) richtig zeitlich einordnen zu können.

  • Bei manchen Herzklappenfehlern oder speziellen Herzbefunden kann eine vierteljährliche oder halbjährliche Kontrolle beim Kardiologen erforderlich sein, um den richten Zeitpunkt für einen notwendig werdenden Eingriff nicht zu verpassen. Oft - leider nicht immer - lässt sich eine bevorstehende Herzschädigung durch eine sorgfältige fachkardiologische Untersuchung voraussehen. Wichtig ist hierbei eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihrem Kardiologen und Ihrem Hausarzt.

Reisen mit der Koronaren Herzkrankheit?

KHK-Patienten dürfen reisen

  • wenn die körperliche Leistungsfähigkeit nicht wesentlich eingeschränkt ist.

  • wenn sie bei hoher Belastung zum Beispiel beim Bergangehen nur leichte Angina pectoris haben.

  • wenn sie stabile Angina pectoris haben, also unter bekannten Beschwerden leiden, die sich nicht verschlimmern.

Was KHK-Patienten im Urlaub bei sich haben sollten

  • die verordneten Medikamente in ausreichender Menge und zusätzlich Nitro-Spray

  • den letzten Katheterbericht

  • einen Ausweis mit den Laborwerten der Blutgerinnung bei gerinnnungshemmender Therapie

  • den letzten Echo-Bericht

  • ihren Schrittmacherausweis.




© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (19.01.2005)
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Patienteninformation Angina pektoris Die koronare Herzkrankheit
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