Vlbg. KH-Betriebsgesellschaft Feldkirch Innere Medizin I
 


Startseite Kontakt Sitemap Impressum

Erweiterte Suche
suchen!
Home
Aktuell
Archiv
Abteilung
Leistungen
Ihre Untersuchung
Patienteninformation
Angina pektoris
Herzinfarkt
Rhythmusstörungen
Herzklappenfehler
Herzmuskelerkrankung
Angeborene Herzfehler
Patienten & Besucher
Allgemeine Infos
Ärzteinformation
Links
Kontakt


Patienteninformation Herzinfarkt
drucken

 
Vorderwandinfarkt mit Verschluss der mittleren vorderen absteigenden Arterie. Der geschädigte Herzmuskelbereich vernarbt. Dieser Prozess dauert einige Wochen und man muss nach dieser Zeit von einer bleibenden Beeinträchtigung der Pumpfunktion des Herzens ausgehen.
Bild vergrößern

Herzinfarkt

Wussten Sie, dass jeder 10. Verstorbene einem Herzinfarkt erlag?

  • Ein Herzinfarkt wird durch einen plötzlichen und unerwarteten Verschluss eines (oder mehrerer) Herzkranzgefäße (Koronararterien) ausgelöst.

  • Das von den Herzkranzgefäßen ursprünglich versorgte Herzmuskelgebiet kann nicht mehr mit Blut und also auch nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden.

  • Im betroffenen Bereich stirbt das Herzmuskelgewebe ab, vernarbt und steht für die Pumpfunktion nicht mehr zur Verfügung.

Wie arbeitet das Herz?

Das Herz ist ein Hohlorgan, ungefähr von der Größe einer Faust. Es arbeitet wie eine Druck-Saug-Pumpe (Einspritzpumpe), um das Blut im ganzen Körper zirkulieren zu lassen. Mit jedem Herzschlag zieht sich die starke muskulöse Wand des Herzens zusammen und pumpt dabei das Blut aus dem Herzen in die Blutgefäße und durch den ganzen Körper. Das Herz ist eine sehr wirksame Pumpe: Im Verlauf eines einzigen Tages pumpt es zwischen 6.000 und 8.000 Liter Blut.
Sie können das Herz auch mit dem Einspritzmotor Ihres Autos vergleichen: Die Hauptkammern sind die Kolben, die Vorkammern übernehmen die Funktion der Einspritzpumpe. Ein Ausfall der normalen Pumpfunktion der Vorkammern reduziert die Herzleistung um etwa 20% im Spitzenbereich.
Um den Vergleich weiter zu führen: Der Sinusknoten des Herzens entspricht der Zündkerze im Auto, die Leitungsbahnen im Herzen funktionieren wie die Zündkabel, der AV-Knoten (Vorhof-Kammer-Knoten) des Herzens entspricht dem Verteiler.
Genaugenommen arbeitet das Herz als zweifache Pumpe:

  • Die rechte Seite pumpt Blut in die Lungen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird;

  • die linke Seite pumpt sauerstoffreiches Blut durch den Körper, um den Sauerstoff in jede einzelne Körperzelle zu transportieren.

Was versteht man unter dem Kreislaufsystem?

Das Kreislaufsystem ist das Transportsystem des Körpers, das Sauerstoff und Nährstoffe mit dem Blut in jede Zelle des Körpers transportiert. Zum Kreislaufsystem gehören das Herz und die Blutgefäße. Deshalb spricht man häufig auch vom Herz-Kreislauf-System.
Das Blut wird vom Herzen aus in Blutgefäße gepumpt, die man Arterien nennt. In der Nähe des Herzens sind sie ungefähr so dick wie ein Daumen. Je weiter sich die Blutgefäße vom Herzen entfernen, um so mehr verzweigen sie sich wie die Äste eines Baumes und werden dabei immer dünner. Die dünnsten Arterien heißen Arteriolen. Diese verzweigen sich weiter in sehr feine Blutgefäße, die sogenannten Kapillaren. In den Kapillaren werden Sauerstoff und Nährstoffe an die Zellen abgegeben.

Was sind Koronararterien und welche Rolle spielen sie?

Die Koronararterien (oder anders benannt Herzkranzgefäße, weil sie sich wie ein Kranz um das Herz legen - lat. corona="Kranz)" sind lebensnotwendig für das Herz, weil sie dem Herzmuskel Sauerstoff und Nährstoffe zuführen, damit er seine Arbeit leisten kann. Die großen Koronararterien verzweigen sich in kleinere Blutgefäße, die Blut in jeden Teil des Herzens befördern.

Was versteht man unter koronarer Herzkrankheit, und wie entsteht sie?

Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Koronararterien durch fetthaltige Ablagerungen, die sogenannten "Plaques", teilweise verengt oder blockiert. Dieser Prozess kann schon in jungen Jahren beginnen und setzt sich dann über viele Jahre fort. Denken Sie z.B. an ein altes Wasserrohr und was geschieht, wenn sich Kalk darin sammelt. Die Kalkablagerungen können den Durchfluss des Wassers so weit verringern, daß es nur noch langsam tröpfelt. Das gleiche kann mit den Koronararterien passieren. Die Ablagerungen, die sich darin im Verlauf vieler Jahre gebildet haben, verlangsamen den Blutfluss. Man nennt diesen Prozess Arterienverkalkung oder Atherosklerose (Arteriosklerose).
Bei einigen Patienten können sich die Koronararterien durch einen Krampf sehr plötzlich und so stark verengen, daß nur sehr wenig oder gar kein Blut mehr hindurchfließen kann. Dann spricht man von einem Spasmus der Herzkranzgefäße.
Die Herzkranzgefäße sind unentbehrlich, um Nährstoffe und Sauerstoff zum Herzmuskel selbst zu transportieren. Wenn sie durch Ablagerungen oder einen Spasmus ("Krampf") verengt sind, ist das Herz in Gefahr zu "ersticken", weil es nicht genug Sauerstoff erhält. Wenn die Zufuhr von Sauerstoff zum Herzen abnimmt bzw. unterbrochen wird und damit für den Bedarf des Herzens nicht ausreicht, nennt man diesen Zustand "Ischämie" (griechisch: Blutleere).

Wie kommt es so plötzlich zum Infarkt?

Wenn ein Herzkranzgefäß sehr eng geworden ist, kann es geschehen, daß bei einem Koronarspasmus die Ablagerungen in den Gefäßen plötzlich nach innen aufbrechen und durch eine Gerinnselbildung an dieser engen Stelle, ein vollständiger Verschluss des Kranzgefäßes entsteht.
Das Herzmuskelgewebe im Versorgungsbereich des Blutgefäßes geht durch diesen anhaltenden Durchblutungsmangel im Bereich hinter der Engstelle zugrunde. Diesen Vorgang nennt man Herzinfarkt.
Herzinfarkte können auftreten

  • an der Vorderwand

  • an der Kammerscheidewand oder

  • an der Hinterwand der linken Herzkammer

  • seltener in der rechten Herzkammer.

Der Infarktbereich kann sehr groß, mittelgroß oder klein sein, je nach Größe und Lage der betroffenen Koronararterie. In der Folge kommt es zu einer Pumpschwäche des Herzens mit Luftnot, Wassereinlagerung in den Beinen, zu Herzrhythmusstörungen, aber möglicherweise auch zu sofortigem Herzstillstand.

Abb.1: Vorderwandinfarkt mit Verschluss der mittleren vorderen absteigenden Arterie. Der geschädigte Herzmuskelbereich vernarbt. Dieser Prozess dauert einige Wochen und man muss nach dieser Zeit von einer bleibenden Beeinträchtigung der Pumpfunktion des Herzens ausgehen.
Folder (pdf)

Patienteninformation Herzinfarkt
drucken