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Leistungen Endokrine Chirurgie Schilddrüse
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Schilddrüse

Aufgrund der in den letzten Jahren wesentlich verbesserten diagnostischen Möglichkeiten wird heute bei den meisten Schilddrüsenerkrankungen eine individuelle krankheitsbezogene Therapieentscheidung und im Falle der Operation als Therapiewahl eine differenzierte operative Vorgangsweise angestrebt.

Unter dem bekannten Begriff eines „Kropfes“ versteht man eine meist mit Knotenbildungen einhergehende Schilddrüsenvergrößerung, die am Hals oftmals sichtbar ist. Kröpfe können familiär gehäuft auftreten (Abbildung). Die Schilddrüse benötigt zur Synthese ihrer Hormone Jod. Der Jodmangel in manchen Gegenden der Welt hat ursächlich mit der Kropfentstehung zu tun.

1. Der gutartige Kropf (Struma):

1.1. Ein Kropf ohne Schilddrüsenüberfunktion muss operiert werden, wenn er wegen seiner Größe zu einer Beeinträchtigung der Nachbarorgane am Hals (Luftröhre!) geführt hat oder ein Krebs nicht sicher auszuschließen ist.

Der operative Zugang erfolgt in der Regel über einen waagrechten „Kragenschnitt“ am Hals. In seltenen Fällen ist der Kropf weit in den Brustkorb hineingewachsen, sodass zusätzlich eine Spaltung des oberen Anteils des Brustbeines erforderlich weren kann.

Es müssen alle knotigen Anteile der vergrößerten Schilddrüse entfernt werden, sodass nur knotenlose Reste in der Größe einer normalen Schilddrüse im Körper zurückbleiben.

Wichtig ist, dass die Stimmbandnerven, die in unmittelbarer Nähe der Schilddrüse liegen, nach Möglichkeit geortet und geschont werden, da ansonsten eine Stimmbandlähmung mit Heiserkeit auftreten kann. Diese mögliche Komplikation, die nicht immer vermeidbar ist, muss mit dem Patienten vor der Operation besprochen werden!
Heute stehen technische Mittel zur Verfügung, die helfen, bei der Operation die Nerven zu identifizieren (Intraoperatives Neuromonitoring).

1.2. Bei Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) mit und ohne Kropf unterscheidet man im Wesentlichen zwei Krankheitsformen:

  • Die Hyperthyreose mit Autonomie (Plummer’sche Krankheit) und die
  • immunogene Hyperthyreose (Basedow’sche Krankheit). Wenn auch nichtoperative Behandlungsmöglichkeiten bestehen, so ist doch oftmals eine Operation unumgänglich. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn die medikamentöse Therapie nicht zum Ziel führt.

1.3. Die Rezidivstruma, d.h. ein nachgewachsener Kropf nach bereits erfolgter Kropfoperation, zwingt dann zu einer neuerlichen Operation, wenn durch seine Größe Nachbarorgane, vor allem die Luftröhre, beeinträchtigt werden oder der Verdacht auf einen Schilddrüsenkrebs besteht.
Die Operation einer Rezidivstruma ist wesentlich aufwendiger als der Struma-Ersteingriff.

2. Bösartige Schilddrüsentumore:

Im Wesentlichen haben wir es mit differenzierten (papillären, follikulären) Schilddrüsenkrebsen, undifferenzierten (anaplastischen) Krebsen und einer Sonderform, dem medullären (C-Zell-)Krebs zu tun. Letzteres kann auch familiär gehäuft auftreten.

Im Zentrum eines interdisziplinären Behandlungsplanes steht unabhängig von Tumortyp, Tumorgröße und Alter des Patienten mit wenigen Ausnahmen die chirurgisch radikale Entfernung des Tumors und seiner Lymphknotenabsiedelungen als Basis für weitere therapeutische Maßnahmen, wie etwa die Radiojodtherapie.

Die Prognose der differenzierten Krebse ist nach adäquater Therapie sehr gut. In einem sehr hohen Prozentsatz werden Dauerheilungen erreicht. Beim papillären Krebs ist die Prognose bei jüngeren Patienten besser als bei älteren.

Auch beim medullären Krebs ist die Prognose noch als gut zu bezeichnen. Wegen der Möglichkeit des familiären Auftretens müssen bei allen Patienten mit dieser Tumorform molekulargenetische Untersuchungen sowie ein Familienscreening durchgeführt werden. Letzteres ermöglicht die Identifizierung von Risikopersonen in der Verwandtschaft bzw. die Diagnose von Krebsvorstufen, die ebenfalls operativ behandelt werden müssen. Patienten mit einem familiären medullären Schilddrüsenkrebs können auch Träger weiterer Tumore an anderen endokrinen Organen (Nebenschilddrüse, Nebenniere) sein. Entsprechende Untersuchungen sind daher erforderlich.

Undifferenzierte (anaplastische) Karzinome haben leider eine sehr schlechte Prognose, Heilungen sind kaum möglich.

3. Nachsorge nach Schilddrüsenoperationen:

Nach Operation eines gutartigen Kropfes schließen sich die Kontrolle der Funktion und Morphologie der Restschilddrüse sowie die medikamentöse Rückfallprophylaxe an, die eine wichtige Maßnahme zur Vermeidung des Kropfnachwachsens darstellt.

Der interdisziplinären Behandlung eines Schilddrüsenkrebses folgen obligat die langfristige konsequente Tumornachsorge und die laufend zu überwachende Schilddrüsenhormon-Medikation.


© Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H (16.12.2004)

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